Aktuelles

Christine Kockmann (Bahnhofsmission), Annika Ketteler (Roter Keil) sowie Astrid-Maria Kreyerhoff und Nicole Feldmann (Zartbitter) bei einem Pressegespräch zum neuen mobilen Angebot (v.l.). Foto: Marc Knieper

Zugang zu "Zartbitter" wird einfacher

Neues Konzept der Wegbegleitung in Kooperation mit dem Roten Keil und der Bahnhofsmission.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen haben ein 2 – 3 mal höheres Risiko, sexualisierte Gewalt zu erleben. Deshalb hat sich die Beratungsstelle seit vielen Jahren auf den Weg gemacht, um ein Angebot für diese Zielgruppe aufzubauen.

In eigener Sache: Beratung zu sexualisierter Gewalt - oder warum Gutes manchmal herausfordernd ist

Hintergrund dieser Stellungnahme ist zum einen die Abmoderation bei WestPol (Link zur Sendung vom 21.5.23 am Ende diesen Beitrags), in der eine unzulässige Kürzung den Eindruck hat entstehen lassen, Zartbitter würde in komplexen Fällen keine Unterstützung anbieten. Die Redaktion entschuldigt sich dafür.

Richtig ist:
Alle von sexualisierter Gewalt betroffenen Menschen ab 14 Jahren, unabhängig in welchem Kontext die sexualisierte Gewalt stattgefunden hat, können zu uns kommen!

Zum anderen ist die Versorgungssituation schwierig und hat sich unter anderem durch die Schließung der Beratungsstelle des Bistums Münster für Betroffene von Ritualisierter und Organisierter Gewalt weiter verschärft.

Keine Fondsberatung bis Ende des Jahres

Aufgrund vieler Beratungsanfragen und einer langen Warteliste setzen wir die Beratung zur Antragstellung beim Fonds Sexueller Missbrauch bis Ende des Jahres aus. Die Wartezeit auf einen Beratungsplatz beträgt zurzeit bis zu einem halben Jahr. Neue Anfragen für die Antragstellung nehmen wir deshalb nicht mehr an. Wir bitten um Verständnis. Hilfesuchende finden hier Anlaufstellen, die bei der Antragstellung unterstützen: https://www.fonds-missbrauch.de/antragstellung/beratungsstellensuche

Beratungsbedarf steigt weiter an

Wir vermuten, dass die im vergangenen Jahr schon deutlich gestiegenen Beratungsanfragen sich in diesem Jahr nochmals erhöht haben. Insgesamt haben wir im Vorjahr 377 Personen in der Beratungsstelle beraten und 1.335 Personen in der Prävention erreicht. Nicht mitgezählt sind die telefonischen Kontakte.
Noch nie hatten wir eine so volle Warteliste. Die Wartezeit auf einen Beratungsplatz beträgt zurzeit 4-6 Monate. Erstgespräche bieten wir nach wie vor zeitnah zur ersten Kontaktaufnahme an. Krisenintervention ist auch ohne Wartezeit möglich und/oder wir verweisen häufiger an andere Hilfseinrichtungen. In diesem Jahr sind in Nordrhein-Westfalen viele neue Beratungsstellen eingerichtet worden, sodass Betroffene außerhalb von Münster einen größeren Pool an Beratungsstellen zur Auswahl haben.
Die Anzahl der Kriseninterventionen hier in der Beratungsstelle hatte sich in 2021 um 30% erhöht. Beratungsanfragen von Betroffenen um 41%. Anfragen nach Fachberatung hatten sich verdoppelt. Bei den geleisteten Arbeitsstunden war ein Anstieg um 30% zu verzeichnen. Dies erklärt sich aus zusätzlichem Personal und vielen geleisteten Überstunden. Jedoch konnte auch hiermit die Nachfrage nicht gedeckt werden. Wir bemühen uns weiterhin, unserem Versorgungsauftrag gerecht zu werden.

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